Sonntag, 7. August 2016

Ankündigung: 11. Nocturnal Culture Night vom 2. bis 4. September 2016

Nun mittlerweile zum 11. Male kann der geneigte Sympathisant der schwarzen Szene das erste Septemberwochenende dick mit schwarzem Edding im Kalender per umgedrehtem Kreuz kennzeichnen. (Gerne auch mit Pentagramm.) Denn das Herbstfestival der Schwarzen Szene ruft wie immer um diese Zeit nach Deutzen südlich von Leipzig, um in familiärer Atmosphäre im dortigen Kulturpark ein Wochenende lang zu feiern.

In bewährter Manier mischen sich wieder unbekanntere Acts mit Top-Szenegrößen. So treten neben Urgesteinen und stilbildende Bands wie Fixmer/McCarthy, The Fair Sex oder DAF auch aktuelle Szenegrößen wie ASP, L´ame Immortelle, Unzucht oder Megaherz auf.

Weiterhin darf man sich auf Bands wie Dark Empire, Klangstabil, Roter Sand, Sonar, Torul, Death in Rome, Der blaue Reiter, Hekate oder The Cassandra Complex freuen. Mit stolzen 55 Bands ist die Running Order auch dieses Jahr prall gefüllt.

Ebenso wird es natürlich wieder Lesungen von Szeneautoren geben. Außerdem einen Mittelalter-Markt für alle Freunde der herzhaften Genüsse und Stummfilm-Vorführungen nach Mitternacht. Nicht zu vergessen die Aftershow-Partys.

Neu ist in diesem Jahr die neue Weidenbogenbühne, die mit ungeahnter Größe und sehr viel Platz für Publikum den Bedürfnissen besser gerecht werden dürfte, als die bisherige Bühne, die aufgrund beengter Platzverhältnisse doch eher nur sehr intime Konzerte zu ließ. Erhalten bleiben natürlich die tolle Amphi-Bühne, wo jeder Zuschauer dank der ansteigenden Ränge eine super Sicht hat, die Parkbühne und die Kulturbühne.

Alle Infos zur Nocturnal Culture Night gibts auf der offiziellen Webseite:

Montag, 4. Juli 2016

Vorankündigung: 2 Days a Week Special

Am 6. Juli findet das 2 Days a Week Festival statt, in der Marxer Halle in Wien. Die Bilder der Location sind vielversprechend.

Losgehen wird es um 15:00 Uhr mit Feine Sahne Fischfilet, ihres Zeichens deutsche Punkband und 2010 aufgrund ihrer „explizit anti-staatlichen Haltung“ im Verfassungsschutzbericht eines deutschen Bundeslandes erwähnt. Wenn schon Punk, dann bitte ordentlich.

Kurz nach 4 Uhr nachmittags folgen Silverstein, eine 2000 gegründete kanadische Band.

Weiter geht’s mit Irie Révoltés, einer neunköpfigen deutsche Ska/Reggae/Dancehall/Punk Band. Tanzbar, gute Stimmung und mal motiviert das Tanzbein schwingen.

Gogol Bordello um 7, US-Amerikaner die Gipsy mit Punk mischen und damit gut unterwegs sind. 

Flogging Molly, eine der bekannten Folk-Punk Bands gibt Wien die Ehre. Singen darüber dass man Bier zu gern mag hat einfach eine hohe Halbwertszeit und verspricht einen hohen Unterhaltungswert.



Kurz vor 11 dann der Headliner, Five Finger Death Punch. Die supercoole Kung-Fu-Technik aus Kill Bill, tritt hier als Metalband auf. Eine Show, die sie sich lohnt gesehen zu werden.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Vorankündigung: Wacken Open Air 2016

Wir beginnen unsere heutige Ankündigung mit einer kleinen Enttäuschung die so niemand wirklich schocken dürfte: Das Wacken Open Air (in eigeneren Schreibweise und ab nun nur noch als W:O:A abgekürzt) 2016 ist offiziell natürlich schon ausverkauft. Letztes Jahr hat es knapp 48 Stunden gedauert bis die Tickets weg waren, für dieses Jahr war am Abends schon nichts mehr da - keine 12 Stunden hat es gedauert.
Der Wahnsinn um das größte Metallfestival der Welt hat einmal Fahrt aufgenommen und macht keine Anstände daran abzunehmen - alljährlich belagern knapp 75.000 Metalheads aus alles Welt das beschauliche Städtchen in Schleswig Holstein.

Anfang August (genauer gesagt vom 4. bis 6. August) ist es dieses Jahr soweit und unter dem Motto “Louder Than Hell” werden über 130 Bands ein Fest der extraklasse feiern - mit dabei sind neben den britischen Heavy-Metallern von Saxon und Iron Maiden auch die Oldscholl-Death-Metal Pioniere Benediction und Metal Church welche zurecht zu den einflussreichsten Power-Metallern aller Zeiten zählen.

Zum 27. mal findet das W:O:A nun statt, was 1990 mit einer Grill- und Würstchenbude begonnen hat ist rasant von ein paar lokalen Band zu dem mutiert das man heute so als Wacken kennt: Qualität setzt sich halt trotz selchte Zeiten und Festivalsterben durch. 



Und weiter gehts mit dem was fast schon am wichtigsten ist: einer schier nicht enden wollenden liste an bestätigten Bands…

Dienstag, 14. Juni 2016

Ankündigung: Das Rockharz Open Air vom 7. bis 9. Juli 2016 in Ballenstedt

Zum 23. Mal ruft das Rockharz die Fans der etwas härteren Musik und zum achten Mal geht es dafür nach Ballenstedt am Harz.



Auch in diesem Jahr ist die Setlist wieder mit großen Namen bestückt: Gamma Ray, Enslaved, Primordial und Powerwolf, um nur einige zu nennen. Außerdem geben J.B.O. schon am Mittwoch im Rahmen der AFM-Label-Night, bei der AFM Records ihr 20-jähriges Bestehen feiern, ein Record-Release-Konzert.

ASP sind Liveband legendär und sorgen überall für sensationelle Stimmung. Dieses Jahr auch am Donnerstag auf dem Rockharz, wo sie keine Unbekannten sind. Saxon, die Urgesteine der New Wave Of British Heavy Metal bringen für ihre Show am gleichen Tag ihre legendäre Bühnendekoration aus den 80ern mit: den beleuchteten Adler. Ob es Soilwork am Donnerstag in diesem Jahr endlich schaffen werden, wirklich dabei zu sein? In den letzten beiden Jahren standen sie jedes Mal auf dem Spielplan, mussten jedoch immer kurzfristig absagen. Nun also der dritte Versuch für die Melodic-Death-Metal-Klassiker aus Schweden.

Avantasia wird am Freitag einen zweistündigen Gig geben und auch Coppelius werden am selben Abend mit ihrem „Heavy-Wood“ eines der Konzerte ihrer Bühnenabstinenzankündigungskonzertreise veranstalten. Wer sie also noch einmal vor ihrer unbestimmt langen Pause sehen will, ist beim Rockharz richtig. Ebenfalls am Freitag sollte man nicht den Auftritt von Knorkator verpassen. Die Band ist eine der am häufigsten gebuchten beim Rockharz. Aber nicht etwa, weil den Festival-Machern nichts anderes einfallen würde, sondern weil Knorkator einfach eine großartige Liveband mit enormer Anhängerschar sind.

Am Samstag warten Heroen wie Children of Bodom und Powerwolf auf ihren Auftritt. Und auch Subway to Sally, alte Rockharz-Bekannte sind nach mehreren Jahren Abwesenheit am Samstag wieder einmal mit dabei. Am gleichen Abend treten auch noch Tanzwut auf und werden auf dem Rockharz ihr neuestes Album veröffentlichen – natürlich mit einer entsprechenden Release-Show. Und wer noch mehr Mittelalter-Rock und Folk-Metal möchte, ist mit Saltatio Mortis am Freitagabend ebenso gut bedient. 


Alle Infos gibt es auf der offiziellen Seite des Festivals:

Dienstag, 7. Juni 2016

Ankündigung: Hurricane Festival 2016 (24. - 26. Juni 2016)

Das Hurricane Festival am Eichenring in Scheeßel wird in diesem Sommer 20 Jahre alt - Das Team vom Wikipedia Festivalsommer gratuliert jetzt schon mal.

Jubiläum ist immer etwas ganz besonderes und da hat sich FKP Scorpio als Veranstalter nicht lumpen lassen und ein erstklassiges Line-Up zusammengestellt bei dem im Grunde Headliner auf Headliner folgt und man schwer von einzelnen Highlights sprechen kann. “3 Tage, 4 Bühnen, 100 Bands”, die erwarteten 73.000 Besucher waren auch ihre kosten kommen, soviel ist sicher.

Seien es die Brit-Rocker von Mumford & Sons die mit ihrem Folk-Rock in den vergangenen Jahren aus der deutschen Chart-Landschaft nicht mehr wegzudenken sind oder Rammstein, die deutsche Erfolgsband - so ziemlich jeder Geschmack wird durch das breite Spektrum bedient. 
Abgerundet wird das ganze durch Bands wie The Prodigy und Deichkind - beide kontrovers und dennoch über ihre Genre raus gefeiert und immer ein Garant für eine gute Zeit.

Doch so ein Festivalmarathon - und sind wir man ehrlich, so ein Wochenende ist Kräftezehrend - will auch mit gutem Essen und Trinken (Bier, generell Bier) begleitet sein und Paletten vom Zelt oder Auto zu schleppen ist doch auch nicht das Wahre… Dieses Jahr wird es also auch wieder den beliebtesten Supermarkt in der Region geben: Unter dem Motto ‘Penny goes Party!’  verspricht der rund 2000qm große Diskounter Aufbau 17 Stunden am Tag (von 07:00 bis 24:00 Uhr) ein großes Sortiment zu gewohnt günstigen Preisen.

Nicht nur für die Die-Hard Festivalgänger wurde gedacht, nein auf dem Hurricane gibt es neben den normalen Camp-Grounds auch Luxus Camping - genannt ‘Resort’. Abgetrennte Areale mit maximal 900 Besuchern garantieren einen ruhigen und erholsamen schlaf, soweit gewünscht, in den Resorts ‘im Wolfsrudel’ und ‘Ruf der Eule’ gibt es außerdem noch Stromanschlüsse und W-Lan. 
‘Kommerz und so gar nicht true’ hör ich da schon aus mehreren Ecken geschrien, ich würde es netter Ausdrücken und sagen das man nur versucht jeden dort abzuholen und dort abzuliefern wo er oder sie sich wohl fühlt - ein Festival für jedermann.

Für den der sich in der goldenen Mitte sieht gibt es allerdings immer noch den Service von ‘Mein Zelt steht schon’ welcher sich an die Leute richtet die sich nicht weiter um ihr Hoheitsgebiet auf dem Camp-Ground kümmern möchten als es in Beschlag zu nehmen - am Tag der Anreise  ist es aufgebaut und nach der Abreise wird es von den fleißigen Arbeitern abgebaut, Finger krumm machen können die anderen, man selbst ist schließlich zum Feiern da!

BandsA-trak, AnnenMayKantereit, Anti Flag, Augustines, Axwell Λ Ingrosso, Balthazar, Barns Courtney, Bear’s Den, Bloc Party, Blossoms, Blues Pills, Bosse, Boy, Boys Noize, Boysetsfire, Børns, Chakuza, Chefket, Courtney Barnett, Deichkind, Digitalism, DMA s, Dropkick Murphys, Editors, Egotronic, Elle King, Elliphant, Emil Bulls, Erik Cohen, Eskimo Callboy, Feine Sahne Fischfilet, Floggin Molly, Fraktus, Frank Turner, Fritz Kalkbrenner, Genetikk, Gestört aber Geil, Gloria, Good Riddance, Haftbefehl, Half Moon Run, Hiatus Kaiyote, Highasakite, Ho99o9, HVOB, I am Jerry, Jack Garratt, Jamaram, James Bay, Jamie Lawson, Jennifer Rostock, Joris, Kelvin Jones, Kiko King & Creativemaze, KIZ, Kvelertak, Lance Butters, Maximo Park, Mumford and Sons, Nazar, Oh Wonder, Orsons, Pennywise, Poliça, Prinz Pi, Rammstein, Rampue, Rat Boy, Rebels Of The Jukebox, Royal Republic, Ryan Bingham, Schmutzki, Skindred, The Devil Makes Three, The Heavy, The Hives, The Offspring, The Prodigy, The Stanfields, The Subways, The Wombats, Tired Lion, Tom Odell, Trailerpark, Turbostaat, Twin Atlantic, Two Door Cinema Club, Van Holzen, Vauu, Von Brücken, Walk Off The Earth, Wanda, X Ambassadors, Yeasayer, Zebrahead, Zeds Dead, Zugezogen Maskulin

(Alle bisher bestätigten Bands in nicht wertender, alphabetischer Reihenfolge)

Dienstag, 31. Mai 2016

Festivalbericht: Das war das 25. Wave-Gotik-Treffen 2016



Großer Bahnhof in Leipzig.

Leipzig Hauptbahnhof (Foto: Appaloosa)

Nein, der doch nicht. (Obwohl gegen Ende noch einmal von ihm die Rede sein wird.) Es war vielmehr das 25. Wave-Gotik-Treffen, das die Anhänger der Schwarzen Szene aus aller Welt zusammen rief. Gemeinsam zelebrierten mehr als 20.000 von ihnen Leipzig als Welthauptstadt des Dunklen, Geheimnisvollen und Melancholischen ebenso wie als Mittelpunkt einer Alternativkultur, die in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neue Strömungen aufsaugte und eigene, neue gebar. Neben Bandauftritten in so unterschiedlichen musikalischen Genres wie Dark Wave, Post Punk, Gothic Rock, Doom Metal, Electro, Futurepop, Neoklassik oder Neofolk ist es auch die ganze Bandbreite weiterer Medien und künstlerischer Ausdrucksformen, die fasziniert: Lesungen von klassischen Gothic Novels bis zu modernen Geschichten und Selbstironischen Essays, Tanz, Theater, Oper, Kino, Diskussionen, diverse Ausstellungen mit mehr oder weniger morbidem Charakter, Führungen zur Sepulkralarchitektur, Live-Rollenspiel, klassische Musik, Denkmalbesichtigungen, Museumsführungen, Fetischparty, ja sogar Gottesdienste für Gothics oder Stricknachmittage einfach zum Quatschen wurden geboten und gewiss auch angenommen. Das Wave-Gotik-Treffen ist eben kein Musikfestival, sondern viel mehr ein umfassendes Kulturangebot, zusammengehalten von der Klammer der schwarzen Kultur.

Die Mittelalter-Rocker von Cultus Ferox im Heidnischen Dorf

Leipzig und seine Einwohner haben die Schwarzgewandeten längst in ihr Herz geschlossen und betrachten das Wave-Gotik-Treffen als wichtigen Teil der kulturellen Identität der Stadt. Nur so ist auch die hohe Verzahnung mit allen möglichen Angeboten der Stadt zu erklären. Die städtischen Bühnen von Oper und Schauspiel geben ebenso Gelegenheit zum Besuch ihrer Veranstaltungen wie diverse Leipziger Museen, die – wie beim Grassimuseum – sogar Sonderausstellungen über Themen wie Tattoo-Kunst aus verschiedenen Regionen der Erde, die Entwicklung der Parfüm-Düfte vom alten Ägypten bis zur heutigen Zeit oder über Kleidermode in Renaissance, Barock und Rokoko anbieten.

Die Electro-Band System Noir im Non Tox

Bei diesem weitgefächerten Angebot ist es auch kein Wunder, dass viele Besucher vor allem das Treffen mit Freunden aus der Szene als wichtigsten Aspekt ansehen. Trotzdem sollte die Anziehungskraft der einzelnen Veranstaltungen nicht unterschätzt werden. Die Veranstaltungsorte sind oft sehr gut gefüllt, in Einzelfällen wird auch der Einlass gestoppt wegen Überfüllung. Klassisches Beispiel dafür ist das Schauspielhaus, dessen begrenzte Sitzplatzkapazität meist schnell erreicht ist. Aber auch größere Hallen wie zum Beispiel der Kohlrabizirkus, kommen bei beliebten Haupt-Acts immer mal wieder an seine Kapazitätsgrenzen. Übrigens ist diese begrenzte Kapazität der einzelnen Bühnen auch ein Grund dafür, dass zum Wave-Gotik-Treffen eher nicht die ganz großen Überflieger gebucht werden. Bands wie Depeche Mode oder Dead Can Dance werden hier nie auftreten, einfach weil unter den verschiedenen Spielstätten keine Halle vorhanden ist, die groß genug wäre, um den erwarteten Besucherandrang zu bewältigen. Ein Beispiel dazu später.

Michael Brunner, einer der Gründer des Wave-Gotik-Treffens

Ausdruck dessen, dass das Wave-Gotik-Treffen als fester Teil des Leipziger Kulturjahres begriffen wird, ist die Sonderausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums zum 25. Jubiläum des Treffens. Kuratorin Jennifer Hoffert-Karas half bei der Konzeption einer Ausstellung zur Gothic-Kultur und nahm auch an einer Diskussionsveranstaltung zur Ausstellung teil. Interessant dort sind vor allem die Bereiche, die über die Wurzeln in der DDR berichten. Selbstgemachte Kleidung und Schuhe, Berichte über das Dasein als Gruftie in der DDR, selbsterstellte und handkopierte Musikmagazine, selbst zusammengestellte Kassetten mit Musik von Dark-Wave-Bands der 80erjahre und phantasievoll selbst gemalten Coverbildern. Da schwelgt der altgediente Gruftie in Erinnerungen. In der gleichen Podiumsdiskussion berichteten auch einer der Gründer des Treffens, Michael Brunner und der ehemalige Pressesprecher, Peter Matzke ein wenig aus dem Nähkästchen. So zum Beispiel über die bescheidenen Anfängen zum ersten Treffen 1991 mit ganzen acht Bands. Unter denen war auch schon damals "Das Ich", die in diesem Jahr erneut auftraten. Einige Szenegrößen sind glücklicherweise sehr ausdauernd. Oder über das Pleite-Treffen von 2000, als der Veranstalter während des Treffens insolvent wurde und sich trotzdem Bands bereit fanden, einfach ohne Gage weiter zu spielen, Fans die Security übernahmen und der Rest des Treffens in Eigenregie organisiert wurde. Erfahrene Besucher des Wave-Gotik-Treffens werden sich erinnern …

Höhenfeuerwerk in Belantis

Eine Besonderheit zur Feier eines Vierteljahrhunderts Wave-Gotik-Treffen war sicher die Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag im Vergnügungspark Belantis, am südlichen Stadtrand von Leipzig. Die Diskussionen im Vorfeld, ob es passend sei, als schwarze Subkultur ausgerechnet in einem Vergnügungspark zu feiern, wurde eindrucksvoll beantwortet von 8.500 Gästen, die die Achterbahnen, Wildwasserrutschen, Riesenschaukeln und sonstige Fahrgeschäfte von Belantis so sehr füllten wie noch nie während seines Bestehens. Hier bestand also durchaus ein Bedarf. Vier Zelte und Hallen mit DJ verschiedener Stilrichtungen zogen das Partyvolk natürlich ebenso an. Und natürlich sorgte auch ein spektakuläres Höhenfeuerwerk für Staunen. Zeitweise wurde der Shuttlebus-Verkehr zum Vergnügungspark ausgesetzt, da Belantis sonst überfüllt worden wäre.

Leaves’ Eyes mit brandneuer Sängerin

Ein anderer – musikalischer – Höhepunkt des Freitags neben der Diskussion mit Insidern anlässlich der Jubiläumsausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum war für viele Fans der Auftritt der Symphonic-Metal-Band Leaves’ Eyes, die hier wohl so ziemlich zum ersten Mal mit neuer Frontfrau Elina Siirala auftraten.

Theater: Moliére im Täubchenthal

Ein Beispiel für überfüllte Auftrittsorte gab es schon am frühen Samstag. Allerdings sind die Räume des  Bundesverbandes Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. auch sehr bescheiden und das Akustik-Konzert der Leipziger Rockband Canterra, das Schirmherrin Luci van Org präsentierte, wurde so zu einem recht engen Beisammensein. Der Verein erfüllt wichtige Aufgaben in der Trauerbegleitung, ist jedoch durch seinen speziellen Fokus vielen nicht wirklich präsent. Eine gute Gelegenheit, das Wave-Gotik-Treffen zu nutzen, um auf seine Arbeit aufmerksam zu machen. Einen starken Kontrast dazu bildete der Veranstaltungsort der Theateraufführung von Moliéres „Die gelehrten Frauen“ auf der Freilichtbühne im Täubchenthal. Die ironische Komödie des französischen Meisters, der wie gewohnt jedem einen Spiegel vorhält, fand ebenfalls genug Zuschauer, um alle Plätze dicht zu besetzen.

Sigue Sigue Sputnik im Täubchenthal

Wenige Stunden später sah das schon anders aus. Nun spielten im Veranstaltungssaal des Täubchenthals die 80erjahre Schock-Glamrocker Sigue Sigue Sputnik in einer ihrer mittlerweile unübersichtlichen Reunions und die Halle war gestopft voll. Kein Wunder, diese Band wollten verdammt viele Zuschauer sehen. So viele, dass selbst die Gänge zur Halle noch voller Menschen waren, die lediglich dem Sound der Musik der Band rund um Sänger Martin Degville lauschen konnten.

Crematory im Kohlrabizirkus
Enslaved im Kohlrabizirkus

Weitere Höhepunkte waren sicher die Auftritte der deutschen Gothic-Metal-Heroen von Crematory, die für eine brechend volle Halle im Kohlrabizirkus sorgten und von Enslaved, einer der Bands die einst den Viking-Metal erfanden und populär machten. Für andächtiges Köpfe-Nicken war gesorgt.

Aurelio Voltaire im Heidnischen Dorf
Gernotshagen im Heidnischen Dorf

Der Sonntag bot auf der Freilichtbühne im Heidnischen Dorf, einem weitläufigen Mittelaltermarkt, vom Dark Folk Aurelio Voltaires bis hin zum Pagan Metal der aus einer Reenactment-Gruppe hervorgegangenen Band Gernotshagen (in typischer Aufmachung) jede Menge Abwechslung.

Carach Angren im Felsenkeller
My Dying Bride im Felsenkeller

Im Felsenkeller, einer weiteren der vielen Spielstätten des Treffens, trat mit Carach Angren eine besondere Band auf, deren Konzeptalben Black Metal mit orchestralem Sound kreuzen. Ebenso sind Live-Auftritte der Band immer wieder besondere Performances. Für Fans der alten Schule traten mit My Dying Bride die letzten der ehemaligen Big Three des Doom Metal auf, die diesem Genre noch immer treu geblieben sind.

Impression von der Szenemesse

Auch der Pfingstmontag bot noch einmal viele Highlights auf, schließlich ist dies traditionell der letzte Tag des Wave-Gotik-Treffens. Wer es erst einmal ruhig angehen wollte oder auf reduzierte Angebote abgesehen hatte, war auf dem Agra-Gelände, in der Halle der Szenemesse richtig. Hier boten wie jedes Jahr Händler jeder Couleur so ziemlich alles an, was den Szenegänger interessieren könnte: Vom Stiefel mit extrahohen Absätzen über Ledermieder, Zylinder, Armbänder, Masken, fantasievollem Kopfschmuck bis hin zu Parfüm, Nagelstudio, CD-Händlern, Büchern und Kunst war alles vertreten.

Aranea Peel von den Grausamen Töchtern im Kohlrabizirkus

Musikalische Highlights waren unter anderem sicher die Grausamen Töchter, die ihre treibenden Electro-Rhythmen mit bekannt spektakulärer Bühnenshow präsentierten, während im Felsenkeller auch an diesem Tag wieder eher Metal-lastige Klänge zu hören waren, unter anderem von den Islandern von Skálmöld. Wer hingegen auf ruhigere Klänge stand, um das 25. Wave-Gotik-Treffen besinnlich ausklingen zu lassen, war definitiv im Schauspielhaus gut untergebracht. Hier versorgten unter anderem Sangre de Muerdago mit getragenen galizischen Folksongs in traditioneller Machart und Irfan mit Weltmusik unter anderem auf persischen und indischen Instrumenten die Zuhörer.

Irfan im Schauspielhaus

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch – stellvertretend für weitere – zwei Ausstellungen rund ums Wave-Gotik-Treffen. So direkt auf dem Hauptbahnhof (auf den wir hiermit wie versprochen wieder zurück kommen), wo aufgrund des Laufpublikums und der Reisegäste für genug Besucher gesorgt war. Fotografien von szenebekannten Größen wie Gerd Lehmann, Corwin von Kuhwede und vielen anderen zeigten die Vielfalt und Entwicklung der schwarzen Subkultur. Eine weitere Ausstellung verschiedener Künstler mit vor allem bildlicher, aber auch halbskulpturaler Kunst zeigte das Agra-Café direkt auf dem Treffen-Gelände. 

Ausstellung im Treffen-Café
Ausstellung im Hauptbahnhof

Fazit: Zum 25. Wave-Gotik-Treffen hat die Vielfalt der Angebote einen für den unvorbereiteten Besucher kaum noch erfassbaren Umfang angenommen. Aber das stellt andererseits auch sicher, dass wirklich für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und das Wave-Gotik-Treffen ist eben kein Bespaßungsfestival, wo den ganzen Tag auf einer Bühne nacheinander ein paar Bands spielen und nebenan ein Bier- und Wurststand in der Bandpause die sonstigen Bedürfnisse der Besucher befriedigt. Hier geht es um mehr. Es wird versucht, die komplette Vielfalt der schwarzen Szene abzubilden. Ein durchaus ehrenwertes Unterfangen, denn nach 25 Jahren hat sich die einstige Jugendkultur und Protestszene gegen Kommerz, Anpassungswahn, Konformität und Spaßfixiertheit in eine reine Eventszene verändert, in der viele Besucher sich auch einfach nur mal für ein Wochenende herausputzen, eine Art besonderen Black Carnival feiern. Dem steht das breite Angebot zu jedem möglichen Aspekt des „Schwarzseins“ entgegen. Sicher findet jeder, der sich weiter in die Szene vertiefen will, in die er vielleicht mehr zufällig hineingerutscht ist, Möglichkeiten, sich über die Musik hinaus damit zu beschäftigen und weitere Facetten zu entdecken. Und dies wird auch in einem Jahr, beim 26. Wave-Gotik-Treffen so sein.

Impression vom Heidnischen Dorf


Montag, 30. Mai 2016

Rawk Attack, 7.Juni 2016, Große Freiheit 36 HH – Vorbericht

Rawk Attack – das Gipfeltreffen des Metalcore


Das Rawk Attack geht in die zweite Runde! Diesmal nicht in Hannover und Dresden, sondern in der Großen Freiheit 36, aber mit einer abermals tollen Mischung aus verschiedenen Bands.
Unter dem Titel „Rawk Attack“ wurden bereits im vergangenen Jahr in Hannover und Dresden zwei Band-Packages geschnürt, die es ordentlich in sich hatten. In diesem Jahr wollen Killswitch Engage, Architects, Atreyu, August Burns Red und While She Sleeps das ehrwürdige Gebäude, das durch Bombenangriffe zerstört und wieder aufgebaut wurde zum Einstürzen bringen.
Unter den Formationen finden sich neben einigen der gegenwärtig gefragtesten Bands auch echte Legenden.
Als Opener wird die britische Metalcore-Band While She Sleeps aus Sheffield agieren, die 2015 ihr zweites Album „Brainwashed“ veröffentlichte und damit erneut in die Top 30 der UK-Charts kletterte. Auszeichnungen wie Best British Newcomer (2012) und Bestes Debütalbum (gewonnen, für Album This Is the Six) lassen schon erahnen was für ein hochkarätiger Opener auf der Bühne steht. 
August Burns Red, die schon beim Elbriot 2014 mit starken Gesang, lauten Gitarren, ein treibendes Schlagzeug und harte Breakdowns die Fans im Griff hatten, werden sicher wieder kein Probleme haben das Publikum an sich zu fesseln. Neben Klassikern wie „ Salt & Light“ und der Coversong „…Baby One More Time“ der Popsängerin Britney Spears werden sicher auch brandneue Songs vom Nagelneuen Album „Found In Far Away Places“ zu hören sein. 
Nachdem Architects 2014 ihr hochgelobtes Album „Lost Forever // Lost Together“ veröffentlicht hatten, das es in den Deutschen Album Charts bis in die Top 30 schaffte, sind sie nun mit den aktuellen Album „All Our Gods Have Abandoned“ unterwegs. Bereits in Februar dieses Jahres bewiesen sie im LKA Langenhorn Stuttgart ihre außergewöhnliche live performance. Wild und laut ging es mit dem Song „Thirst“ nach vorne und auf der Bühne entfesselte die Band eine enorme Energie. Wer Architects kennt, der weiß, dass es eigentlich nur Vollgas auf der Bühne gibt und sie bereit sind nahezu jeden Club in Schutt und Asche zu legen. 
Atreyu, gegründet 1998, veröffentlichten bisher sieben anspruchsvoller Metalcore-Alben und legten von 2011 bis 2014 eine Pause ein. Nun sind sie wieder mit dem neuen Album „ Long Live “ unterwegs, das am 18. September 2015 erschien und den US-Charts bis auf den 26. Platz kletterte. Die Metalcore-Veteranen haben hier eindrucksvoll großartiges neues Album aufgenommen, das jeden Fan von früher begeistern dürfte und sicher neue Fans dazugewinnen wird.

Als Headliner für den Event konnten die Genre-Urgesteinen Killswitch Engage verpflichtet werden, die nach einer ausgiebigen Welttournee mit ihrem neuen, siebten Werk „Incarnate“ zurückkehren werden. Das Album wurde bereits mit großer Spannung erwartet und der Band gelang es mit diesem Album zum dritten Mal in Folge in die Top Ten der US-Billboard Charts aufzusteigen. Man kann nur sagen, Metalcore von seiner besten Seite!